Geothermie-Projekt

Die Stadt Ried und ihre Nachbargemeinde Mehrnbach können künftig mit nachhaltiger, krisensicherer und umweltfreundlicher Fernwärme aus den Tiefen der Erde versorgt werden. Österreichs größtes Geothermie-Projekt wird mit rund 90 Grad heißem Wasser aus einer Tiefe von ca. 2.000 Metern beliefert und sichert die Fernwärmeversorgung der Einkaufsstadt Ried und der Gemeinde Mehrnbach.

Erdwärme: Sauber und umweltfreundlich

Das von der Erde aufgeheizte Wasser wird seit Februar 2014 an die ersten Kundenanlagen geliefert. Nach dem Bau von 15,3 Kilometer Transportleitungen und 25,4 Kilometer Verteil- und Hausanschlussleitungen können Privathaushalte, Betriebe und öffentliche Gebäude in den beiden Gemeinden umweltfreundlich und nachhaltig beheizt werden.

Derzeit ist die Entnahme auf 198 Kubikmeter Heißwasser pro Stunde limitiert. Ab November darf die Entnahme wie per Bescheid genehmigt auf 270 Kubikmeter pro Stunde erhöht werden. Es wird davon ausgegangen, dass dadurch die Temperatur bis auf 90 Grad ansteigen und damit die Effizienz des Projektes weiter erhöht wird.

Versorgungssicherheit garantiert

Für den Fall von Störungen oder Wartungsarbeiten an der Geothermieanlage stehen zwei 15 MW  Erdgas-befeuerte Kesselanlagen als Ersatz zur Verfügung.
Das Geothermie Projekt macht die gesamte Region zum Musterbeispiel für eine nachhaltig ökologische, versorgungssichere und klimafreundliche Wärmeversorgung. Ziel ist ein weitgehender Verzicht auf fossile Brennstoffe. Die Geothermie-Wärmeleistung soll ab 2017 jährlich rund 67 Millionen Kilowattstunden Wärme aus fossilen Brennstoffen ersetzen und rund 17.000 Tonnen CO2 einsparen. Neben zahlreichen Privatkunden in Ried und Mehrnbach sind folgende Kunden bereits angeschlossen bzw. beziehen bereits Wärme:

• Bundesschulzentrum Ried
• Innviertler Siedlungsgenossenschaft (ISG) mit über 900 Wohnungen
• Stadtgemeinde Ried mit Kindergärten, Volks- und Hauptschulen
• Fischer Sports
• FACC
• Benteler SGL
• Löffler
• Einkaufszentrum Weberzeile
• Messe Ried
• Alten- und Pflegeheim des Sozialhilfeverbandes
• Wintersteiger

Technische Daten

Wärmelieferung aus Geothermie: Start am 18. Februar 2014
Wasserförderung: derzeit 198 Kubikmeter/Stunde,
ab November 270 Kubikmeter/Stunde
Wassertemperatur: derzeit 87° C
Aktuelle Leitungslänge: 15,3 km Transportleitungen
25,4 km Verteil- und Hausanschlussleitungen
Investitionssumme bisher: EUR 37,6 Mio

geplanter Endausbau

Wärmeverkauf: ca. 80 GWh/Jahr
CO2 Einsparung: 25.000 Tonnen pro Jahr
Leitungslänge: ca. 100 km

Oberösterreich ist das Geothermie-Land Nr. 1

Oberösterreich ist die Region mit der höchsten Marktdurchdringung bei der Nutzung von geothermischer Energie in Österreich. Derzeit sind sieben geothermische Fernwärmeanlagen in Betrieb. Von der insgesamt in Österreich installierten thermischen Leistung von etwa 70 MW entfallen fast drei Viertel auf Oberösterreich. Das Leuchtturmprojekt in Ried unterstreicht die Vorreiterposition Oberösterreichs weiter.