Selbst in Städten ist schnelles Internet kein Selbstläufer

OBERÖSTERREICH. Zahlreiche Reaktionen auf den gestrigen OÖN-Bericht zum Breitbandausbau. Weiße Flecken gibt es quer durch das Land, Bürgermeister drängen auf Ausbau.

St. Stefan am Walde hat am Dienstag gefeiert. Mit dem Spatenstich zum Breitbandausbau wird die Gemeinde aus dem oberen Mühlviertel mit 800 Einwohnern die erste mit Glasfaser-Internet im Bezirk Rohrbach.

„1980 waren wir noch die letzten, die eine Festnetztelefonleitung erhalten haben. Jetzt sind wir die ersten“, sagt Bürgermeister Alfred Mayr (VP). 40 Anmeldungen von Haushalten gebe es bereits.

Bis ganz St. Stefan mit schnellem Internet versorgt ist, dauert es freilich noch. Die Gemeinde besteht aus 16 Ortsteilen, manche umfassen nur drei Häuser. Zuerst wird im Ortskern und im Ortsteil Hernschlag gebaut, zwei weitere Baulose sollen noch heuer folgen.

Probleme am Pöstlingberg

Die starke Zersiedelung ist eines der Probleme, weshalb sich der Breitbandausbau auf dem Land in die Länge zieht. Aber auch in städtischen Bereichen besteht Aufholbedarf, wie die Welle an Reaktionen auf den gestrigen OÖN-Bericht zeigt. Sogar in Straßen auf dem Linzer Pöstlingberg „geht überhaupt nichts“, schrieb ein OÖNachrichten-Leser.

„Tendenziell sind Städte besser versorgt wie ländliche Bereiche, aber es gibt auch Gegenden, von denen man nicht glauben würde, dass es dort nicht geht“, bestätigt Horst Gaigg, Breitbandbeauftragter des Landes. Weiße Flecken gibt es in Oberösterreich noch viele, hier ein Auszug:

„Wir haben eine Achillesferse“, bestätigt Bürgermeister Andreas Stockinger (VP) aus Thalheim bei Wels. Im Ortsteil Schauersberg ist von Breitband noch keine Spur. „Die Provider zieren sich, weil es ihrer Ansicht nach zu wenig Anschlüsse gibt“, sagt Stockinger.

Auch in Altmünster gibt es Aufholbedarf. Im Ortsteil Reindlmühl mit knapp 900 Einwohnern wurden noch keine Glasfaserkabel verlegt. „Wir arbeiten intensiv an Lösungen“, sagt Amtsleiter Markus Schobesberger. An der Promenade am Seeufer gäbe es hingegen Anschlussmöglichkeiten. „Glasfaserkabel wurden im Gehsteig 60 Meter von der Esplanade verbaut. Allerdings wurden die Anschlussmöglichkeiten noch nicht offensiv beworben“, sagt der Amtsleiter.

In Bad Ischl laufen gerade Verhandlungen mit Betreibern, das Glasfasernetz auszubauen. „Wir haben im Zentrum und in einigen Ortsteilen eine gute Basis. Jetzt geht es in die Peripherie. Wir haben Förderungen beantragt und zugesprochen bekommen“, sagt Bürgermeister Hannes Heide (SP).

In Stadl-Paura ist bis jetzt nur die Gemeinde selbst versorgt. „Der Ausbau soll in den kommenden Wochen starten“, sagt Bürgermeister Christian Popp (FP).

In Baumgartenberg ist zwar unter anderem die Schule im Ortszentrum gut versorgt. „Ein paar Kilometer außerhalb Richtung Arbing geht es aber nicht“, berichtet OÖNachrichten-Leser Leonhard Küllinger. Er behilft sich privat mit schnellem Internet aus dem LTE-Funknetz. „Das ist zuverlässig, auch wenn Glasfaser natürlich ein Thema wäre. Aber die Provider rühren in dieser Gegend leider keinen Finger.“

 

Das Breitbandbüro des Landes unterstützt Gemeinden und Provider bei der Projektentwicklung. Über Zuschüsse zur Breitband-Milliarde des Bundes werde bis August entschieden. „Die Antragstellung in Oberösterreich ist stark überzeichnet“, sagt der Breitbandbeauftragte.